Interview mit dem Baubiologen Paul Düpper (Teil 4)

Hier nun der vierteTeil meines Interviews mit dem Baubiologen Paul Düpper aus Zülpich.

In diesem Teil geht es um die Themen:

  • was macht ein Baubiologe und
  • gesundes Kinderzimmer.

Viel Spass beim Zuhören und umsetzen der Maßnahmen.

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Hier nun das Interview nochmals zum Nachlesen:

Im 4. Teil meines Interviews mit dem Baubiologen Paul Düpper aus Zülpich geht es um die Fragestellung: Was macht ein Baubiologe eigentlich genau, und wie kann ich ein Kinderzimmer gesund gestalten?

Stefan: Wir haben jetzt unser Schlafzimmer und unser Kinderzimmer elektrosmogfrei, ordentlich belüfte, die Feuchtigkeit wird durch die Wände aufgenommen und das Licht haben wir behandelt. Hast Du noch irgendwelche Themen die ich Dich nicht gefragt habe, und die Du noch gerne loswerden möchtest?

Paul: Da möchte ich die Gelegenheit nutzen, einmal über die Baubiologie zu referieren. Keine Angst, es wird nicht viel. Es ist so, daß wenn ich die Leute anspreche, sie mich ansprechen, bzw. sie Baubiologe lesen oder hören, ist die Reaktion zunächst: „Watt is dat denn?“ Ein Baubiologe ist ein Mann wie ich, der Menschen berät und ihnen hilft, ein wohngesundes Haus zu realisieren. Ob Neubau, Umbau, oder Wohnung, es geht darum zu beraten. Bei einem Neubau auf jeden Fall mit dem Architekten zusammen. Es geht darum, mit gesunden und schadstofffreien Materialien zu arbeiten und mit der richtigen Baukonstruktion, so daß die Materialien so aufeinander abgestimmt sind, damit auch kein Schimmel entsteht. Es soll ein Raumklima bestehen worin keine Gerüche entstehen, bzw. diese auch abgeführt werden. Was bereits angesprochen wurde, es ist die Belüftung und die Beleuchtung wichtig. Wir leben heutzutage 85 bis 90 % in geschlossenen Räumen. Da sollte man ein Raumklima und Beleuchtung haben, worin wir wirklich vital sind und gesund bleiben. Dies sollte auch der Natur nahe sein, bzw. die Materialien und Beleuchtungen sollte man verwenden, welche der Natur nahe kommen. Das macht der Baubiologe bei den jeweiligen Projekten.

Was mir ein großes Anliegen ist und was für mich immer bitter ist, was ich in den letzten Jahren erfahren habe bei den Hausuntersuchungen ist, und gerade bei den Messungen für Elektrosmog und Beleuchtung: die Kinderzimmer sind teilweise Folterkammern. Da werden schlechte Materialien eingebaut, da kann nicht gelüftet werden, da besteht ein schlechtes Raumklima, dort entsteht oft Schimmelbefall und da kommen auch noch die Elektrosmog- und Flimmerbelastungen dazu. Es ist wirklich ein großes Thema, wie die Kinder heute groß werden in unserer Wohnkultur und Baukultur. Daher mein Anliegen, gerade an Eltern, sich aufmerksam der Realisierung und Ausstattung von gesunden Kinderzimmern zu widmen. In der Hinsicht kann ich gerne beraten. Kontaktdaten erhalten Sie ……

Stefan:  …..über mich.

Gesundes Kinderzimmer heißt: gesunder Schlaf der Kinder. Somit vielleicht weniger Auffälligkeiten in der Schule, da die Kinder ausgeschlafen sind, kein ADHS und den ganzen neumodischen „Kinderkrankheitskram“. Das alles läßt sich durch ein gesundes Kinderzimmer vermeiden. Man tut den Kindern also was Gutes, wenn man etwas mehr Geld investiert, als wenn man immer nur alles möglichst billig kauft.

Paul: Hier möchte ich aber nochmal einhaken. Es ist keine Preisfrage! Wenn ich sehe, was die Eltern gut gemeint oft investieren. Es ist nicht teurer ein gesundes Kinderzimmer herzustellen, sondern es sollte gezielt geschehen. Es sollte gezielt entschieden werden, wofür das Geld eingesetzt wird. Es ist nicht immer eine Preisfrage, ein gesundes Kinderzimmer zu realisieren. Das sollte man nicht am Preis fest machen.

Stefan: Wenn ich Dich also richtig verstehe, sollte man sein Kind vielleicht noch bis mittags, nachmittags mit dem Gameboy und Computer spielen lassen, und dann so langsam die elektronischen Geräte ausschleichen lassen und zum herkömmlichen Buch greifen um die Kinder „runter zu kriegen“. Und das Licht sollte man vernünftig schalten. Man tut sich also selbst einen Gefallen, da die Kinder dann einfach relaxter sind und besser schlafen.

Paul: Das ist ein guter Vorschlag. Wie dies zu realisieren ist, ist natürlich eine andere Sache. Was ich jedoch aus meiner Erfahrung sagen kann ist, daß wenn ich berate, Hausuntersuchungen durch führe oder Umbauten begleite, und Kinder im Haushalt sind, ich gerne die Kinder beim Gespräch dabei habe. Ich habe entsprechend einfache Möglichkeiten durch die Messgeräte darzustellen worum es geht, was ich mache, was Elektrosmog ist, was die Beleuchtung ausmacht, was die Sonne uns liefert, warum ein Regenbogen so ist wie er ist und warum Beleuchtung so ist wie sie ist. Es ist faszinierend, wenn man sieht wie die Kinder das aufnehmen und häufig konsequenter umsetzen als die Eltern. Da ist viel zu bewegen, wenn man die Kinder zu den Gesprächen mit dazu nimmt, die Kinder entsprechend informiert. Ich staune auch immer wieder, welche interessierten Fragen von den Kindern kommen, gerade von den Jugendlichen, und was dann so realisierbar wird. Das ist ein Punkt welcher sehr viel Spaß macht, und da sind Ansätze wo man die Kinder bezüglich der Technik sensibilisieren kann. Die Kinder können Technik nutzen, jedoch dies über einen bestimmten Zeitraum. Wenn die Kinder dies tun ist das ganz anders, als wenn immer alles unbewußt abläuft.

Stefan: Ok. Dann danke ich Dir recht herzlich für das Interview, Paul.

Paul: Gern geschehen!

Stefan: Wir wissen jetzt, wir müssen im Schlafzimmer anfangen, dann gehen wir zum Kinderzimmer, oder umgekehrt. Auf jeden Fall sollten wir uns mal den Baubiologen leisten. Dies ist eine Investition, die langfristig günstiger ist, als daß wir später Medikamente nehmen.

So, das war der 4. und letzte Teil meines Interviews mit Paul Düpper, Baubiologe aus Zülpich. Mein Name ist Stefan Oversberg von „Leb Dich fit.de“ und bedanke mich fürs Zuhören.

Interview mit dem Baubiologen Paul Düpper (Teil 3)

Hier nun der dritte Teil meines Interviews mit dem Baubiologen Paul Düpper aus Zülpich.

In diesem Teil geht es um das Thema „Beleuchtungsmittel“. Viel Spass beim Zuhören und umsetzen der Maßnahmen.

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Paul Düpper - Baubiologe

Paul Düpper – Baubiologe aus Zülpich

www.baubiologie-pduepper.de

Hier nun das Interview nochmals zum Nachlesen:

Im 3. Teil des Interviews geht es um das Thema: Einsatz von verschiedenen Beleuchtungsmitteln. Was kann man da falsch, und was kann man da auch richtig machen.

Stefan: Schlafzimmer und Kinderzimmer haben wir ja jetzt komplett saniert. Was haben wir den noch für Möglichkeiten, ohne großen finanziellen Aufwand?

Paul: Großes Thema, gerade wenn Neu- und Umbauten geplant werden oder aber auch bei Renovierung, ist die Beleuchtung. Und bei der Beleuchtung, das hatten wir ja zuvor auch schon kurz angesprochen, ist es so, daß sich der Markt der Beleuchtungsmittel in den letzten Jahren extrem verändert hat, durch das Glühbirnen-Verbot und das Verbot der Halogenleuchten, was noch auf der Kippe steht.

Durch die Verwendung von Energiesparlampen, LEDs, hat sich nun etwas gravierend geändert. Die Glühbirnen und die Halogenbirnen, bzw. Leuchtmittel sind Temperaturstrahler. Temperaturstrahler ist die Sonne und dadurch das die Sonne das ist, entsteht ein kontinuierliches Lichtspektrum. Das heißt also, weißes Licht ist nicht nur weiß, wir empfinden es so, sondern es ist aufgeteilt in unterschiedliche Farben. Man hat blaue Farbe und entsprechenden Grünton und Rotton, und diese Farben haben eine Wellenlänge. Und das ist bei der Glühbirne und bei der Halogenlampe genauso wie bei der Sonne. Das Spektrum ist also vergleichbar. Darauf sind unsere Augen, unser Organismus und unser Hormonsystem geeicht. Das hat uns die Evolution mitgegeben, damit können wir natürlich leben.

Bei den Energiesparlampen und bei den LEDs sieht das ganz anders aus. Da wird das Licht nicht über Temperatur erzeugt, sondern bei den Energiesparlampen über Entladungen, über Quecksilber und Krypton. Bei den LEDs wird es über Siliziumelemente produziert. Die Energiesparlampen und die LEDs sind also keine Temperaturstrahler, und dadurch entsteht dann ein ganz anderes Lichtspektrum. Das heißt, dieses Spektrum der Sonne, der Glühbirne und der Halogenleuchte ist bei den Energiesparlampen und den LEDs nicht kontinuierlich.

Bei den Energiesparlampen ist es grundsätzlich so, daß sie hohe Blauanteile in ihrem Spektrum haben. Bei den LEDs ist es je nach Technik anders. Das heißt also, sie haben teilweise schon einen hohen Blauanteil, aber je nachdem welche Technik angewendet wird, wird das immer mehr optimiert und kommt einem natürlichen Spektrum entgegen.

Was dann zu diesem Spektrum noch zu sagen ist, es ist praktisch ein Ausschnitt aus dem elektromagnetischen Spektrum der Sonne. Unser menschliches Auge kann dieses sichtbare Licht bei einer Wellenlänge von 380 NM bis 780 NM wahrnehmen. Das ist der Bereich des elektromagnetischen Spektrums der Sonne der für uns dann sichtbar ist. Je kleiner die Wellenlänge ist, desto schädlicher ist sie für unseren Organismus. Nämlich dann geht es in den ultravioletten Bereich und das heißt, dieser Blaulichtanteil im Lichtspektrum erzeugt beim Menschen eine ganz andere Wirkung als der Rotanteil, der 780 NM hat.

Der blaue Anteil des Lichtes hat Einfluß auf unser Hormonsystem. Durch diesen Blauanteil werden Streßhormone produziert. Dieser positive Effekt wird z.B. genutzt bei der Winterdepression. Da wird gezielt mit hohen Blauanteilen im Licht gearbeitet, damit beim Menschen entsprechende Streßhormone und Kortisol produziert wird, bzw. das Serotonin. Da ist es ein positiver Effekt. Wenn aber jetzt der Mensch über 8 oder sogar 12 Stunden einem hohen Blauanteil ausgesetzt ist, was z.B. über Flachbildschirme, Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren geschieht, teilweise auch über LEDs, wird der Mensch auf Streß getrimmt. Viel Kortisol wird produziert. Auf der anderen Seite wird das Melatonin, das Schlafhormon, das Immunhormon geblockt durch diesen hohen Blauanteil und das hat dann natürlich Einfluß auf die Gesundheit. Es war schon vor 15 Jahren so, daß in Großraumbüros Leuchtstoffröhren mit hohem Blauanteil genutzt wurden, damit die Menschen sich mehr konzentrieren, und damit sie im Endeffekt mehr Streßhormone aufbauen. Das hat also einen sehr hohen negativen Effekt, zumal wenn die Menschen dann zu Hause noch mit Flachbildschirmen arbeiten, zusätzlich zu dieser Belastung im Büro.

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Stefan: Das heißt also, morgens soll ich mir blaues Licht zu führen, mittags vielleicht auch noch, aber nachmittags und abends auf jeden Fall versuchen, das blaue Licht zu vermeiden. Kann man eventuell dadurch machen, daß man wie ich, mit einer gelbgetönten Brille durch die Gegend läuft. Aber was kann man sonst noch machen, außer abends im Schlafzimmer kein Fernsehen mehr gucken oder bei Kerzenlicht zu sitzen?

Paul: Also ganz so extrem wie mit dem Kerzenlicht, das braucht man nicht zu machen, denn es gibt Möglichkeiten um diese Blauanteile aus den Lichtquellen zu entfernen, bzw. im Prinzip abzuhalten. Du hast gerade schon die Lösung angesprochen mit Gelbbrillen. Hintergrund dieser Gelbbrillen oder Gelbgläsern ist, dieser Gelbanteil filtert den Blauanteil aus dem Licht heraus. Dies heißt, keine Produktion von Streßhormonen und Kortisol und auf der anderen Seite auch kein Blockieren des Immun- und Schlafhormons Melatonin. Dies ist also schon ein wesentlicher Punkt sich mit solch einer Brille abzuschirmen. Ein anderer Punkt ist, daß man die Beleuchtungsquellen entsprechend auswählt. Keine Energiesparlampen verwendet und nur LEDs die ein entsprechendes Spektrum aufweisen. Es ist so, mittlerweile gibt es auf dem Markt LEDs und Glühbirnenformen, die über LED-Technik funktionieren, die also ein kontinuierliches Spektrum liefern, und auch geringe Blauanteile haben. Diese Beleuchtungsmittel sind schon auf dem Markt und gerade diese LED-Technik die eingeführt worden ist, hat auch noch den Vorteil, daß sie flimmerfrei ist. Es ist durch die Vorschaltelektronik, gerade bei den Energiesparlampen, aber auch bei vielen LEDs so, daß die Lampen durch diese Elektronik ständig aus- und eingeschaltet werden. Und diese Flimmerfrequenzen sind in sehr hohen Bereichen, so daß unser Auge das nicht wahrnehmen kann, aber unser Gehirn muß diese Flimmerfrequenzen verarbeiten. Um diesen Effekt zu vermeiden gibt es mittlerweile Techniken, gerade bei der LED Sorte, bei denen diese Flimmerfrequenzen raus sind, weil die Elektronik entsprechend ausgelegt ist, wo ein gutes kontinuierliches Spektrum abgegeben wird mit geringem Blauanteil. Das heißt, es sollten solche Leuchtmittel eingesetzt werden, insbesondere an den Daueraufenthaltsplätzen. Also im Wohnzimmer, an Lesebereichen, in Küchen wo viel gearbeitet wird, und solche Lichtquellen sollten auf jeden Fall in Kinderzimmern genutzt werden. Somit ist das Lichtflimmern weg, die Belastung durch die Blauanteile ist weg und zusätzlich imitieren die Leuchtmittel die auf dem Markt sind auch keinen Elektrosmog. Diese sind auch abgeschirmt.

Stefan: Also, cooler Tipp für Eltern, die sich wundern, daß ihre Kinder abends nicht schlafen können, oder nicht wollen. Einfach mal das Licht dimmen, bzw. die Leuchtmittel gegen LEDs austauschen die weniger flimmern und einen geringeren Blauanteil haben. Nutzt es etwas, wenn ich LEDs verwende, die ich in der Farbe einstellen kann, oder habe ich dann immer noch den Blauanteil darin?

Paul: Das hat nichts mit dem der Einstellung zu tun, bzw. es gibt mittlerweile eine Software, z.B. bei Bildschirmen wo diese Hintergrundbeleuchtung des Bildschirms entsprechend eingestellt wird nach dem Tagesverlauf. Das heißt, was du eben ansprachst, morgens diesen Blauanteil und abends diesen Rotanteil. Das finde ich in Ordnung, jedoch ist es wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Jedoch sehe ich in der Vorgehensweise schon einen guten Ansatz. Was wir jetzt zu den Beleuchtungsmitteln noch nicht angesprochen haben ist, ich habe ja noch Beleuchtungskomponenten bei den Tablets, bei den Smartphones usw. Da dort auch diese hohen Blauanteile durch die LED Technik die in diesen Systemen verarbeitet ist vorliegen, gibt es mittlerweile die Möglichkeiten, entsprechenden Abschirmfolien auf den Tablets bzw. Smartphones aufzubringen. Das ist dann derselbe Effekt wie mit den Gelbbrillen. Hier wird dann die Blaukomponente rausgefiltert. Dies kann man auch über entsprechenden Folien realisieren. Das ist natürlich auch eine gute Möglichkeit. Denn aus meiner Erfahrung, aus den Tests und den Gesprächen in den Familien, kann man den Kindern die Tablets nicht mehr verbieten und man muß da halt eine Lösung finden. Es ist für Kinder und Erwachsene eine Möglichkeit, denn die hohen Zeiten unter dem Blaulichteinfluß sollten auf jeden Fall vermieden werden.

Stefan: Also, Sandmännchen gucken auf einem LED-Bildschirm und dann ins Bett ist eigentlich nicht zu empfehlen.

Paul: Das fördert nicht das Schlafverhalten der Kinder und ich glaube dies ist auch nicht so gut für den Schlaf und die Regeneration der Eltern, die sich dann mit den nicht schlafenden Kindern auseinandersetzen müssen.

Stefan: Heißt das, daß ich eher hochwertige, also teure LEDs kaufen sollte, und Krabbeltische vermeiden sollte, oder taugen die alles nix?

Paul: Die Krabbeltische sollte man auf jeden Fall vermeiden, denn hier kann keine vernünftige Technik produziert worden sein. Hochwertige und hochpreisige Produkte geben nicht die Sicherheit, daß sie flimmerfrei sind, und daß das Lichtspektrum stimmt. Da sollte man schon gezielt mich oder einen baubiologischen Messtechniker ansprechen um zu erfahren, welche LEDs empfehlenswert sind. Denn das sind LEDs die auch wirklich diese Faktoren: flimmerfrei und mit gutem Spektrum ausgestattet, aber auch elektrosmogfrei getestet sind, und da sollte man schon den Fachmann ansprechen. Es gibt auch mittlerweile gerade aus der Baubiologie Produkte, die wirklich gut sind und die vom Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen. Da sind wir als Baubiologen glücklich, daß da auch mittlerweile Produkte entwickelt worden sind. So wie ich es jetzt zurzeit sehe, sind diese Produkte auch Treiber sind für die anderen Hersteller um nachzuziehen und sich wirklich mit der Problematik des Flimmerns und der Blauanteile zu beschäftigen. Nicht am Krabbeltische und nicht nach Preis kaufen, sondern sich gezielt vom Fachmann beraten lassen.

pure-z-retro-64-klar-minStefan: Ich setze ja die LEDs von BioLicht ein. Was hältst Du von denen? Taugen die was?

Paul: Die sind für mich als Baubiologen, aufgrund dessen, was ich bisher vermessen habe, und was ich den Kunden empfohlen habe, das optimale Produkt. Gerade hinsichtlich Wohngesundheit und den baubiologischen Anforderungen. Das bedeutet: kein Elektrosmog, kein Flimmern und ein entsprechend gutes Lichtspektrum. Das wird durch die BioLicht-Produkte wirklich realisiert. Ich bin froh, daß die Produkte von BioLicht auf dem Markt sind. Die Produkte werden seit ca. 1 ½ Jahren vertrieben und seitdem habe ich eine Alternative für meine Kunden. Ein Produkt welches ich empfehlen kann.

Das war der 3. Teil meines Interviews mit Paul Düpper. Die angesprochenen LEDs von BioLicht könnt ihr hier über meine Seite beziehen -> zum Shop. Viel Spaß damit und wir hören uns wieder im 4. Teil in dem es um das Thema „Einrichtung von gesunden Kinderzimmern“ geht.

Interview mit dem Baubiologen Paul Düpper (Teil 2)

Hier nun der zweite Teil meines Interviews mit dem Baubiologen Paul Düpper aus Zülpich.

In diesem Teil geht es um folgende Themen:

  • Schadstoffe vermeiden, in dem man geprüfte Materialien einsetzt und
  • Verbesserung des Raumklimas durch die Verwendung bestimmter Putze und Farben sowie Belüftungstechniken.
  • WLAN von Nachbarn – was kann ich tun ?

Viel Spass beim Zuhören und umsetzen der Massnahmen.

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Paul Düpper - Baubiologe

Paul Düpper – Baubiologe aus Zülpich

www.baubiologie-pduepper.de

Hier nun das Interview nochmals zum Nachlesen:

Hallo und herzlich Willkommen auf „Leb Dich fit.de“ dem Lifestyle-Block rund um gesundes und fittes Leben. Jetzt mit dem 2. Teil meines Interviews mit dem Baubiologen Paul Düpper.

Im 2. Teil geht es darum Schadstoffe zu vermeiden, in dem man geprüfte Materialien einsetzt und darum, das Raumklima zu verbessern in dem bestimmte Putze, Farben und Belüftungstechniken verwendet werden.

Stefan: So, das Schlafzimmer habe ich nun einigermaßen elektrosmogfrei bekommen, was für Schadstoffe gibt es denn sonst noch, oder was muß ich sonst noch tun um vernünftig schlafen zu können?

Paul: Ein großes Thema für die Baubiologie ist schon seit Beginn der Baubiologie in den 70er Jahren das Thema Schadstoffe. Zur damaligen Zeit ist die bereits 2. Generation von Fertighäusern gebaut worden. Und damals ging es erstmals um die Holzschutzmittel die im Innenbereich verwendet worden sind.

Thema Lindan: mit Pestiziden sind die Häuser verseucht worden, und viele Fertighäuser wurden noch mit hohem Formaldehyd-Anteil erstellt, das heißt also sehr hohe Schadstoffanteile wodurch viele Menschen dann erkrankt sind. Was heute auch immer noch so ist.

Bei der Renovierung des Schlafzimmers auf geprüfte Materialien achten ...

Biologische Auslegeware erleichtert einiges 😉

Darum sollte man, wenn man sich neu einrichtet, das Schlafzimmer renoviert, oder neu baut auf jeden Fall gezielt die Materialien auswählen, die man einbaut. Es gibt zum Beispiel die Studien vom Sentinel Haus Institut, wo ein Kinderzimmer geprüft worden ist, das heißt 2 Kinderzimmer gleicher Größe, mit gleicher Lüftung eingerichtet wurden. Einmal mit nicht geprüften Materialien, normaler Stangenware, noch nicht einmal Billigprodukten, und auf der anderen Seite sind dann gezielt Produkte ausgewählt worden für das 2. Kinderzimmer, die geprüfte Materialien aufgewiesen haben. Nach 2 Wochen sind die Zimmer vermessen worden und das Zimmer mit den nicht geprüften Materialien hatte die 15fache Schadstoffbelastung. An diesen Differenzen sieht man schon, was man verkehrt machen kann und da weist die Baubiologie entsprechende Wege auf, so daß man sagt, dieser Raum sollte renoviert werden, oder das Haus wird neu gebaut.

Welche Materialen verwendet man? Im Prinzip fängt es beim Kleber an. Es geht über die Bodenbeläge, dann sind es die Wandbeläge, die Farben. Dies sind alles Bestandteile, die im Zimmer neu installiert, bzw. eingebaut werden und hier ist wirklich darauf zu achten, das Zimmer nicht zu einer Schadstofffalle zu machen. Dies ist sehr wichtig auch gerade bei Kinderzimmern.

Welche Umweltsiegel gibt es ?

Stefan: Gibt es da irgendwelche Gütesiegel die verbindlich sind, oder hat da jeder Marketing-Verein sein eigenes Siegel?

EMICODE – Siegel

GEV EMICODE Siegel

EMICODE Siegel – mit freundlicher Genehmigung der GEV

Paul: Also, es gibt da sehr gute Siegel, z.B. wenn man neuen Bodenbelag einlegt gibt es das EMICODE-Siegel.

Im EMICODE-Siegel ist eindeutig beschrieben, welche Materialien verwendet wurden. Dieses Siegel gewährleistet, daß die Materialen regelmäßig überprüft werden. Das sind die Kleber, das sind die Fliesenmassen, das ist im Prinzip das Holz, die Beschichtung des Holzes. Das ist alles geprüft. Das heißt also, ein Produkt im Bodenbereich, welches das EMICODE-Siegel trägt ist wirklich ein gutes Produkt, welches man ungefragt einbauen kann. Hier kann man sich aber auch in den Produktdatenblättern der einzelnen Produkte informieren. Dort ist das entsprechend ausgewiesen.

CE-Siegel & Blauer Engel

Stefan: Also so ein CE-Siegel sagt eigentlich wenig bis gar nichts aus.

Paul: Ein CE-Siegel sagt nicht viel über Schadstoffe aus und der Blaue Engel ist auch sehr gezielt und bewußt zu prüfen, in welcher Form er erstellt worden ist, und was sich genau dahinter verbirgt.

Stefan: Nun sind wir smogfrei, haben keine Schadstoffausdünstungen mehr im Schlafzimmer. Was gibt es noch zu beachten?

Optimales Raumklima

moderne Fenster lassen keinen Luftzug mehr durch

Fenster sind dicht – was nicht immer gut ist

Paul: Das Raumklima allgemein. Hierzu gehört die Raumfeuchte und die Raumtemperatur, sowie die Luftzusammensetzung. Das heißt, wie sieht es mit dem Sauerstoff und dem CO2-Anteil in der Luft aus. Und da hat sich in den letzten Jahren sehr viel geändert, weil die Bauweisen sich durch die Energiesparauflagen, durch die EnEV, die Häuser wesentlich dichter geworden sind. Die Fenster sind dicht und das Lüftverhalten der Menschen hat sich auch geändert, und damit tritt folgendes Problem auf: Es bildet sich durch die hohe Dichtigkeit Feuchtigkeit. Das heißt, gerade im Schlafzimmer wird viel ausgedünstet und wenn jetzt keine entsprechende Lüftung da ist, dann ist es schwierig die Feuchtigkeit abzuführen. Dann kommt noch hinzu, wenn man nicht lüftet, dann ist auch die Luft schlecht. Das heißt also, man hat einen hohen CO2-Gehalt im Schlafzimmer. Diese Problematik muß zusammenhängend gesehen werden. Wenn ein neues Schlafzimmer ausgelegt wird, oder wenn es renoviert wird, umgebaut wird, sollte man sehen, wie ist das Schlafzimmer aufgebaut. Welche Materialien werden verwendet. Nicht nur auf Schadstoffe ist zu achten, sondern auch darauf, daß die Materialien die verbaut werden Feuchtigkeit aufnehmen können. Das heißt also, daß Feuchtigkeit die entsteht wie ein Schwamm aufgenommen werden kann, wenn viel da ist, und das diese wieder abgegeben wird, wenn die Luft wieder trockener ist.

Stefan: So eine klassische Tapete ist dann also im Schlafzimmer nicht so ideal?

Paul: Es ist nicht so ideal, und oft ist es auch noch so, daß Tapeten, die im Schlafzimmer verwendet werden, auch noch Formaldehyd und andere Schadstoffe beinhalten. Das ist das eine Thema, was eben schoneinmal angesprochen wurde. Man sollte die Wände offen lassen. Was gut ist, ist zum Beispiel ein Lehmputz oder Kalkputz. Dies sind beides Putze die Wasser aufnehmen können. Heute wird häufig nur noch der Gipsputz genommen. Er kann aber nicht so viel Wasser aufnehmen und ist auch anfällig für Schimmel. Nicht anfällig für Schimmel ist jedoch der Kalkputz. Er ist alkalisch und auf alkalisches Milieu geht der Schimmelpilz nicht. Das heißt also, wenn ich neu baue, bzw. ich die Möglichkeit habe den Putz zu ändern, auf jeden Fall einen Kalkputz im Schlafzimmer wählen. Ist bereits der Gipsputz aufgebracht, bzw. ich renoviere, sollte ich in jedem Fall eine Silikat-Farbe nehmen. Silikat-Farben sind mineralische Farben, welche auch alkalisch sind. Somit setzt sich hier der Schimmelpilz auch nicht an. Wenn ich also keine Tapete nehme, hier bekommt der Schimmelpilz seine Nahrung, also organische Produkte, und dafür aber Silikat-Farbe nehme oder einen Kalkputz mit alkalischer Basis, entziehe ich dem Pilz schon einmal die Basis. Damit sind wir schon bei der Schimmelpilzbildung. Auf der einen Seite heißt es dem Pilz die Basis, das Milieu zu nehmen. Der 2. Punkt ist hier dem Pilz die Feuchtigkeit zu entziehen. Die Feuchtigkeit entziehen kann ich, wie bereits gesagt durch Kalk- oder Lehmputze, die die Feuchtigkeit aufnehmen und puffern, oder im weiteren durch entsprechende Belüftung der Räume, wenn man dies durch das Öffnen der Fenster nicht realisieren kann. Was ja meistens so ist, denn diese Möglichkeit besteht gerade in Kinderzimmern nicht, und die Feuchtigkeit fällt hier bei 13-14 Stunden Schlaf und Spielen an. Da kann man eine dezentrale Lüftung nutzen. Gerade bei Renovierungen und Umbauten. Es gibt Lüftersysteme die gleichzeitig Frischluft und Abluft verarbeiten und abgeben. Dies ist also eine sehr gute Lösung die dort eingesetzt werden kann, und damit kann man auch ein Raumklima schaffen, welches auf der einen Seite eine gute, bzw. hervorragende Feuchte hat zwischen 40 und 60 % relative Luftfeuchte. Hier kann auch die Temperatur durch die Wärmerückgewinnung im Lüftersystem beeinflußt werden. Ein wesentlicher Faktor, welcher oft unterschätzt wird, ist es die CO2-Werte niedrig zu halten. In der Natur besteht das CO2 mit 400 Partikeln pro Millionen. Dies ist der Wert, welcher die Natur in der Regel vorgibt, bzw. uns bietet. Daran sollten wir uns orientieren. In den meisten Zimmern, welche ich in den letzten Jahren gemessen habe, lag der Wert bei 1-2 Personen bei 700-800 ppm CO2. Und wenn 3-4 Personen eine halbe Stunde oder Stunde zusammen sitzen, messe ich Werte von 1200 bis 1400 ppm CO2. Und was haben wir wenn CO2 in erhöhtem Maße in der Luft ist? Müdigkeit und Abgespanntheit. Das heißt also, CO2 ist auch ein Thema was wichtig ist, und da ist gerade mit der dezentralen Lüftung vieles zu machen. Wichtig ist auch das Lüftungsverhalten. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man Querlüften. Auch dies sollte man schon stündlich machen, wenn man mit mehreren Personen in den Zimmern ist.

Stefan: So eine dezentrale Lüftung ist aber keine Klimaanlage?

Paul: Das ist keine Klimaanlage. Dies ist rein nur ein Luftwechsel, wo im Prinzip Frischluft zugeführt wird und Abluft abgenommen wird. Mittlerweile gibt es sehr intelligente Systeme, die dann auch eine entsprechende Feuchtesteuerung haben und auch CO2 regulieren. Dies ist natürlich die optimale Variante. Man hat eine Feuchte von 40-60% relative Luftfeuchtigkeit und man hat niedrige CO2-Werte. Damit hat man dann ein optimales Raumklima, was gerade bei Kinderzimmern und Schlafzimmern zu empfehlen ist.

Stefan: Dafür muß ich aber dann Durchbrüche durch Wände machen oder kann ich die einfach in die Ecke stellen?

Paul: Nein, das sind dann schon Systeme die an der Außenwand angebracht werden und durch Kernbohrung anzubringen sind.

Stefan: Also auch hier gilt besser direkt bei der Planung berücksichtigen, als nachher den Dreck wieder in der Hütte zu haben?

Paul: Richtig, und gerade durch die dezentralen Lüftungssysteme, die jetzt mittlerweile doch vielfach auf dem Markt sind und sehr hohe Qualität haben, ist der aufwendige Bau einer zentralen Belüftungsanlage zu umgehen. Hier sind auch einige Nachteile mit verbunden, z.B. die Wartung der Lüftungsanlage. Es macht schon Sinn sich mit dezentralen Lüftungsanlagen zu beschäftigen. Da bietet die Baubiologie, und biete ich auch entsprechende Lösungen an, die gerade bei Neubauten aber auch bei Renovierungen möglich sind.

Stefan: Das heißt, ich kaufe mir so etwas nicht über das Internet, sondern frage erst einmal jemanden, der sich damit auskennt?

Paul: Das sollte man machen, denn die Beratung ist schon ein wichtiger Punkt. Wir hatten es ja eben schon einmal angesprochen. Bei einer Neubauplanung oder wenn man eine neue Wohnung oder Haus kauft, sollte man sich vorher auch beraten lassen. Ist das ein wohngesundes Haus? Ist es schimmelfrei? Ist es frei von Elektrosmog? Und wenn das nicht der Fall ist, mit welchem Aufwand kann ich diese Mängel beseitigen wenn ich wirklich das Haus bewohnen möchte, bzw. kaufen möchte. Es ist eine Investition die zunächst die Immobilie die man erstellt oder erwirbt nachhaltig macht und auch viele Risiken minimiert.

Freie WLAN - Leider auch wenn man es nicht will

Freies WLAN ??? – Bestrahlung leider auch wenn man es nicht will

Stefan: Jetzt bin ich im Schlafzimmer gut aufgestellt. Was mache ich gegen die hochfrequente Strahlung die von außen kommen kann, sprich WLAN des Nachbarn und Elektro-Hochspannungsmasten. Was kann ich da machen? Mache ich da ein Fliegengitter vor das Fenster oder wie kann ich mich da schützen? Es nutzt ja nichts, wenn mich der Nachbar bestrahlt.

Paul: Richtig, das ist auch oft der Fall. Dieses Fliegengitter ist öfter auch angebracht worden, aber mittlerweile gibt es da auch sehr intelligente Lösungen mit Fensterfolien. Es gibt entsprechende Lehmfarben die im Prinzip auch schon diese Abschirmung beinhalten. Ich kann über bestimmte Abschirmfarben aber auch Lehmfarben, über Tapeten, im Innenbereich schon Schutz nach außen erhalten. Ich kann bei einem Neubau aber auch direkt gezielt ein Gewebe einbauen, sowohl im Dachbereich als auch in den Wänden. Und, was Sinn macht, jetzt gerade auch wenn man neu baut, und das biete ich in meinen Angeboten auch an, eine Hochfrequenzmessung machen, bevor man dann wirklich den Bauplatz kauft, bzw. das Haus plant. Das man auch hier gezielt schaut, wo kann was kommen. Was kann unter Umständen nachgerüstet werden und welche Maßnahmen ergreife ich und in welchem Kostenrahmen bewege ich mich da. Was kann ich alternativ tun, wenn es zu kostenintensiv wird beim Neubau. Was habe ich noch für Möglichkeiten im Nachhinein, wenn sich das ganze ergibt, z.B. wenn noch ein Mast installiert wird oder wenn sich die Nachbarbebauung verändert. Welche Maßnahmen kann ich da noch ergreifen. Dies ist alles in der Beratung beinhaltet und wenn man so eine Beratung in Anspruch nimmt, dann ist man auch sehr sensibilisiert mit den Systemen umzugehen. Oft kann ich es nicht verstehen, daß man dies nicht in Apruch nimmt, da es ganz einfach ist, die Probleme zu beseitigen, bzw. zu vermeiden ohne einen großen Kostenfaktor zu verursachen.

Dies war der 2. Teil vom Interview. Ich hoffe, es hat euch gefallen.

Im 3. Teil geht es um die Verwendung von Leuchtmitteln. LEDs, Energiesparlampen und ähnlichem.

Interview mit dem Baubiologen Paul Düpper (Teil 1)

Auch dieses mal geht es um die Herausforderung,  die Schlafqualität zu verbessern.

Ich habe ein Interview mit dem Baubiologen Paul Düpper aus Zülpich geführt.

Im ersten Teil geht es um die Möglichkeiten, Elektrosmog im Schlafzimmer zu reduzieren.

Viel Spass beim Zuhören und umsetzen der Massnahmen.

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Elektrosmog im Schlafzimmer abbauen

Ich selber habe mein Schlafzimmer wie folgt „entsmogd“:

  • Feldfreischalter für Schlafzimmer und anliegende Räume (neben und unter Schlafzimmer)
  • Wasserbett wird über Zeitschaltuhr aus anderem Stromkreis geschaltet
  • Radiowecker steht nun 3 Meter vom Bett entfernt, auch hier Speisung der Steckdose aus anderem Stromkreis

Alle Installationen müssen von Fachpersonal ausgeführt werden.

Nachteil: Durch die Installation der Feldfreischalter kann ich nun die automatischen Rolladenantriebe vergessen. Die von mir verwendeten flimmerreduzierten LED-Lampen verbrauchen zu wenig Strom um die Feldfreischalter dazu zu veranlassen zu schalten. Im Wohnzimmer schalte ich daher immer erst eine „normale“ Glühbirne an, danach dann die LED Lampen um dann wieder die „normale“ Glühbirne auszuschalten. Wie man sieht, sollte man die Thematik schon beim Bauen beachten um aufwendige Umbauarbeiten zu vermeiden.

Hier nun das Interview nochmals zum Nachlesen:

Stefan: Hallo und herzlich Willkommen auf „Leb Dich fit.de“ dem Lifestyle-Block rund um gesundes und fittes Leben. Heute mal mit einem Interview. Ich sitze hier bei Paul Düpper im Büro in Zülpich-Bessenich. Paul ist Baubiologe, und ich würde mal gerne etwas zum Thema Baubiologie erfahren. Paul, stell Dich erst mal vor, und was machst Du eigentlich?

Paul: Guten Tag, ich bin seit 30 Jahren Maschinenbauingenieur und bin vor 8 Jahren mit der Baubiologie in Berührung gekommen.

Hintergrund: Ich hatte plötzlich Bluthochdruckbeschwerden, Schlafprobleme und als Ingenieur wollte ich es natürlich näher wissen. Nachdem die Ärzte mir keine Lösung anbieten konnten habe ich mich mit dem Thema beschäftigt und siehe da, ich bin ich auf das Thema Elektrosmog gestoßen. Ich habe mir die Elektrosmogthematik dann näher gebracht und mein Schlafzimmer von Elektrosmog befreit. Nach circa 2 Wochen war der Blutdruck fast normal, die Schlafprobleme waren weg.

Das war für mich der Einstieg zur Baubiologie.

Stefan: Elektrosmog ist ein breites Thema. Kann man nicht sehen, kann man nicht fühlen, aber trotzdem scheint er da zu sein. Wie stellt man Elektrosmog fest?

Paul: Also, Elektrosmog stelle ich fest über entsprechende Messgeräte. Es gibt 2 Arten von Elektrosmog. Er wird ja durch Niederfrequenz-Hausstrom produziert, oder durch hochfrequente Wellen. Und diese hochfrequenten Wellen, bzw. elektrischen magnetischen Felder messe ich durch entsprechende Meßgeräte. Die Meßgeräte sind zur Messung von elektrischen magnetischen Wechselfeldern ausgelegt. Das sind die Meßwerte, welche ich im Bereich der Niederfrequenz ermittle. Das heißt, im Hausstrom. Beim Hausstrom ist es so, das an mobilen Leitungen, an Elektrogeräten, wie zum Beispiel an einem Wecker oder an einem Lampenkabel oder auch an der starren Leitung in der Wand, elektrische Wechselfelder auftreten, bzw. auch magnetische Wechselfelder beim Stromfluß. Diese Felder haben eine Wirkung auf den menschlichen Organismus. Es ist ähnlich wie auch im Bereich der Elektrotechnik, wo Leitungen abgeschirmt werden müssen, um Steuerleitungen zu schützen. So verhält es sich auch beim Elektrosmog beim Menschen, der auf das menschliche Nervensystem wirkt.

Dann gibt’s als 2. Elektrosmogfaktor die Hochfrequenz. Im Hochfrequenzbereich gibt es die Systeme wie die WLAN-Systeme, schnurlose Telefone, der Funkmast der draußen steht. Das heißt, dort werden elektromagnetische Wellen abgestrahlt vom Sender zum Empfänger. Trifft diese elektromagnetische Welle auf den Menschen, so beeinflußt Sie den Menschen. Es ist so wie mit der Sonne, die ein elektromagnetisches Feld auf die Erde sendet. In diesem elektromagnetischen Feld der Sonne ist auch das Lichtspektrum, in welchem die Mikrowellenstrahlen enthalten sind. Die Mikrowellenstrahlung der Sonne ist vergleichbar mit der technischen Strahlung die im Bereich der Hochfrequenz erzeugt wird. Das heißt, das was die Sonne im Mikrowellenbereich dem Menschen zuführt, haben wir von der Evolution schon mitbekommen, und der Körper hat sich darauf eingestellt. Nur, das was von der technischen Strahlung erzeugt wird, kann der Mensch in dem Maß nicht verarbeiten. Man kann im Organismus des Menschen feststellen welchen Einfluß diese elektromagnetischen Wellen der technischen Systeme haben über die Veränderung der Gehirnwellen oder bei der Dunkelfeld-Blutuntersuchung. Es ergeben sich Veränderungen, die dann auch biologische Effekte beim Menschen hervorrufen.

Dies war damals der Fall bei mir. Im Niederfrequenzbereich, das heißt über den Hausstrom, habe ich den Elektrosmog beseitigt. Ich habe also die elektrischen Felder abgeschirmt. Dadurch hatte ich anschließend wieder einen hervorragenden gesundheitlichen Zustand, das heißt normalen Blutdruck. Ich konnte auch wieder gut schlafen.

Stefan: Also wenn ich dich richtig verstehe, ist das Problem der Menschheit eigentlich nur, daß sie sich mit den technischen Strahlungen noch nicht genügend angefreundet hat. Sonnenlicht kann der Mensch in der Zwischenzeit relativ gut vertragen. Was kann man denn im Schlafzimmer z.B. machen damit man nicht mehr so dem Elektrosmog ausgesetzt ist? Also, wir haben bei mir ja auch gemessen auf dem Bett. Da waren die Werte „unter aller Sau“. Und dann haben wir diverse Schalter und Feldfreischalter eingebaut. Haben den Strom aus anderen Stromkreisen kommen lassen, damit ich nachts im Schlafzimmer keinen Strom habe. Was ist die übliche Vorgehensweise um ein Schlafzimmer und die angrenzenden Räume elektrosmogfrei zu kriegen?

Netzfreischalter

Auf der linken Seite befinden sich 3 Netzfreischalter. Wenn die LED leuchtet ist in dem Raum ein Verbraucher angeschlatet und es wird Strom „durchgeschaltet“.

Paul: Also, um Elektrosmogfreiheit im Schlafzimmer zu erreichen, wird zuerst einmal der Schlafplatz untersucht. Das ist ja dort, wo der Mensch 8 Stunden liegt und regeneriert und im Bettbereich ist es häufig, das Leitungen im Wandbereich direkt in Kopfhöhe verlaufen. Durch integrierte Beleuchtungskabel wird auch ein elektrisches Feld produziert. Durch die Nähe des Menschen in diesen Leitungsbereichen ist er dem Einfluß des Feldes ausgesetzt. Es ist wichtig dieses Feld zu beseitigen. Beseitigen kann man dieses Feld in dem man es entweder abschirmt. Das heißt, wie in der normalen Elektrotechnik auch üblich, daß man mit einer Abschirmfarbe arbeitet, oder daß man die Kabel auswechselt und durch abgeschirmte Kabel ersetzt. Das ist aber meist großer Aufwand. Eine wesentlich günstigere Lösung oft einfach zu realisieren ist der Einbau eines Netzfreischalters. Ein Netzfreischalter funktioniert folgendermaßen: Der Stromkreis im Schlafzimmer wird über den Netzfreischalter überprüft. Dieser wird verknüpft im Sicherungskasten. Durch einen Gleichstrom wird kontrolliert: fließt Strom oder fließt kein Strom. Der Netzfreischalter schaltet praktisch den Stromkreis ab in dem Augenblick, wenn der letzte Verbraucher abgeschaltet ist. In der Praxis heißt das ganz einfach, wenn man das letzte Licht im Schlafzimmer ausschaltet, sagt der Netzfreischalter über seine Gleichstromprüfung, jetzt schalte ich die Spannung im Sicherungskasten ab und somit ist im Schlafzimmer kein Strom, bzw. fließt kein Strom und liegt keine Spannung mehr an und somit ist das Schlafzimmer elektrosmogfrei.

Stefan: OK. Jetzt habe ich aber noch mein Handy auf dem Nachttisch liegen, weil es ist ja mein Wecker. Ich habe mein normales Funktelefon, welches ich seit 15 Jahren habe neben mir auf dem Nachtkomödchen und ich habe ein Tablet dort liegen. Was soll ich mit denen machen?

Paul: Das ist jetzt eine schöne Aufzählung. Dies sind alles Komponenten der Sorte 2. Es ist Elektrosmog über Hochfrequenz über die entsprechenden mobilen Systeme. Da ist zunächst die Frage, nutze ich diese Systeme nachts? Muß ich sie nutzen? Ist es ein Schnurlostelefon, ist es ein WLAN System? Es wird eine hohe elektrische Leistung immer wieder aufgebaut durch diese Systeme und diese wird als Strahlung freigesetzt auf den Menschen. Das sollte auf jeden Fall vermieden werde. Also, diese Systeme abschalten. Das Smartphone auf Flugmodus und das WLAN-System auf Nachtabschaltung nehmen. Man sollte ein Schnurlostelefon nehmen, welches auch einen entsprechenden Eco-Modus hat, also abschaltet. Durch einfache Maßnahmen können diese Systeme im Prinzip runtergefahren werden und man hat keine Elektrosmogbelastung durch diese Strahlungsquellen.

Stefan: Also sollte ich auch wenn ich abends mein Arbeitszimmer verlasse das WLAN ausmachen?

Paul: Das grundsätzlich, da ich das WLAN System nicht benötige und ich kann in das Systeme so steuern, daß z.B. nachts ab 23.00 Uhr das System abgeschaltet wird. Was ich den meisten Menschen anbiete ist, das mache ich auch bei meinen Neubauplanungen und Umbauplanungen, die entsprechenden WLAN Systeme direkt mit zu planen, und die Netzwerkkabel zu verlegen. Dies ist eine ganz einfache und kostengünstige Variante in der Planungsphase, und man hat anschließend dann auch die entsprechende Sicherheit und braucht sich um diese Sicherheit dann auch nicht mehr zu kümmern.

Grosse Distanz zum Wecker

Man sieht hier die äußerste Ecke meines Bettes und den Radiowecker möglichst weit entfernt (so dass ich noch die Uhrzeit lesen kann).

Stefan: Was ist denn mit Weckern und normalen Lampen und Radios die ich auf dem Komödchen stehen habe?

Paul: Als Wecker empfehle ich einen Funkwecker. Jetzt wird jeder sagen: Das ist doch auch Elektrosmog. Es ist keiner, da der Funkwecker ist ein reiner Empfänger. Elektrosmog über Funk tritt nur auf, wenn eine Leistung aufgebaut wird. Der Funkwecker ist aber ein reiner Empfänger und strahlt somit nicht ab. Dies ist also die beste Variante. Einen normalen Radiowecker sollte man nicht nutzen, weil er eine Leitung hat, die Elektrosmog produziert. Wenn man ihn unbedingt nutzen muß, dann sollte man ihn mindestens 3 Meter vom Bett wegstellen. In dem Bereich sind die elektrischen Felder dann nicht mehr relevant für den menschlichen Körper.

Stefan: Also das heißt, den Wecker sollte ich möglichst weit weg vom Bett stellen. Dann muß ich zudem aufstehen morgens um den Wecker auszustellen und ich kann ihn nicht mehr einfach so wegdrücken, weil Snoosing ist Loosing. Was ist mit den anderen elektromagnetischen Feldern die z.B. durch Wasserbettheizungen oder Höhenverstellung etc. aufgebaut werden? Muß ich die haben, oder kann ich die haben? Oder schaden die mir eher als sie mir im Endeffekt nutzen?

Zeitschaltuhr für Wasserbett

Zeitschaltuhr für Wasserbett schaltet Stromkreis von 23 – 6 Uhr aus.

Paul: Das ist ein guter Punkt den du hier ansprichst. Das wird oft genug unterschätzt. Gegen Wasserbetten, die für viele nun wirklich eine gute Einrichtung sind, mit denen viele gute Erfahrungen haben, habe ich grundsätzlich nichts einzuwenden. Was jedoch das Problem bei vielen Wasserbetten ist (nicht bei allen), ist die Heizung des Wasserbettensystems, die hohe elektrische und magnetische Wechselfelder produziert. Und dies direkt am Körper. Ist jedoch auch kein Problem, wenn man eine Abschaltung vornimmt. Bei alten Systemen kann man es so machen, daß man das Wasserbett ein halbes Grad vorheizt gegenüber der Temperatur die man haben möchte, weil von den Wasserbettenherstellern ist bei mir die Rückmeldung eingegangen, in der Nacht würde das Bett 0,5 bis 1 Grad an Temperatur verlieren. Das heißt, das wäre eine Lösung. Dann, bei den Höhenverstellungen die ja viele Menschen auch benötigen ist es so, daß da auch ein ständiges hohes elektrisch-magnetisches Wechselfeld ansteht, wenn keine Abschaltung erfolgt. Da sollte man auf das System achten, ob da eine Abschaltung mitvorhanden ist. Dies ist bei neueren Pflegebetten z.B. der Fall, und gerade in dem Bereich ist es also sehr schwierig wenn Menschen, ich gehe jetzt einen Schritt in die Pflege, viele Stunden, oder den ganzen Tag bettlägerig sind. Da sollten auf jeden Fall die Höhenverstellungen abgeschirmt werden, bzw. abgeschaltet werden. Da gibt es auch entsprechende Systeme, aber da kann man sich an den Baubiologen wenden, bzw. gezielt bei den Lieferanten und Herstellern nachfragen.

Stefan: Dies bedeutet, eigentlich sollte man sich vor dem Bauen mit dir in Verbindung setzen, und nicht wenn ich gebaut habe und sich dann gesundheitliche Probleme zeigen und ich dann gegebenenfalls wieder alles aufreißen muß. Das heißt, es wäre clever dich vorher mit in die Planung einzubeziehen.

Paul: Richtig! Und dies beweist meine Erfahrung. Ich bin jetzt seit 4 Jahren selbständiger Baubiologe und viele haben mich erst nach der Planung miteinbezogen, das heißt die ganze Planung war schon abgeschlossen. Die Materialien waren zum Teil auch schon bestellt. Dann ist es schon schwieriger das Ganze noch zu ändern. Man sollte im Voraus eine Abstimmung vornehmen. Welche Materialien nimmt man? Wie ist die Baukonstruktion? Wie erreiche ich ein gutes Raumklima? Wie kann ich den Elektrosmog vermeiden? Wie ist eine gezielte gesunde Beleuchtung zu realisieren? Darum, das Ideal ist, wenn man ein neues Haus baut, bzw. plant, dann gleich am Anfang am besten mit Architekt, mit Baubiologen und mit Bauherren zusammensitzen und die entsprechenden Lösungen finden. Weil es ist immer wichtig, daß hier die Spezialisten, gerade Architekt und Baubiologe, Hand in Hand arbeiten und sich abstimmen. Was ist machbar, was möchte der Kunde haben.

Stefan: Wie oft kam das bisher vor, daß du vorher gefragt wurdest?

Paul: Dies ist mir bisher 2mal passiert und in einem Fall ist es dann nicht zum Auftrag gekommen, weil die Abstimmung mit dem Architekten schwierig war. Das andere Mal war es natürlich top. Der Bauherr hat fast alles umgesetzt und von den Kosten her hielt es sich auch wirklich im Rahmen. Das heißt, Mehrkosten von unter 5% und ein wirklich wohngesundes Haus, und es war auch eine gute Zusammenarbeit mit dem Architekten.

Stefan: Ok. Also, Architekten bitte wendet euch vorher an den Baubiologen bevor ihr da irgendetwas hinsetzt. Also um den Elektrosmog zu vermeiden:

Zusammenfassend: Feldfreischalter einbauen und sehen, daß das Schlafzimmer irgendwie stromfrei ist. Bei mir haben wir jetzt auch Feldfreischalter eingebaut. Das Wasserbett betreiben wir über eine Zuleitung die über einen anderen Stromkreis kommt und diese Zuleitung wird zusätzlich mit einer Zeitschaltuhr gespeist, also zwischen 23 Uhr und 7 Uhr morgens ist die Leitung tot. Und ich bilde mir ein, daß ich auch schon besser schlafe. Kann natürlich Placebo sein, aber das wird sich ja langfristig herausstellen. Oder nicht?

Dies war der 1. Teil des Interviews mit Paul Düpper in dem wir uns mit dem Thema Elektrosmog in dem Schlafzimmer beschäftigt haben. Gleich geht es weiter im 2. Teil. Schaltet wieder ein!